Hilfe mein Baby würgt beim Essen

Hilfe mein Baby würgt beim Essen: Was ist normal und was nicht

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Dein Baby würgt beim Essen? Keine Sorge, damit bist du nicht alleine! Es kommt sehr oft vor dass Babys beim Start in die Beikost würgen. Das ist nicht gefährlich und gehört zum Essen lernen dazu. Wie du Würgen von Verschlucken unterscheide kannst und warum Babys beim Essen überhaupt würgen lernst du in diesem Blogbeitrag.

Darum würgt dein Baby beim Essen

Darum würgt dein Baby beim Essen

Bei Babys liegt der Würgereiz noch sehr weit vorn, sodass er viel schneller und leichter ausgelöst wird als bei uns Erwachsenen. Das ist ein normaler Schutzreflex, der verhindert, dass dein Baby zu große Stücke verschluckt, bevor es gelernt hat, sie im Mund richtig zu bewegen und zu kauen.

Das Würgen ist beim Start der Beikost ein ganz normales Verhalten und hat durchaus seinen Sinn. Auch wenn es manchmal schauerlich anzusehen ist.

Dass Babys beim Essen Würgen kommt dabei sowohl bei Brei als auch bei Baby Led Weaning vor. Allerdings kommt das würgen bei BLW im Vergleich zu Brei mit ca. 6 Monaten (also zum Beikoststart) häufiger vor, mit 8 Monaten dagegen weniger oft.

Um die Angst vor dem Würgen zu verlieren, kann es hilfreich sein, sich Videos anzusehen, wie ein normales Würgen bei Babys aussieht, um mehr Sicherheit zu bekommen und nicht so schnell in Panik zu geraten (Ab Min 2:10):

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Manchmal stecken auch die sensorischen Reize hinter dem Würgen, und es liegt nicht alleine daran, dass das Essen im Mund in einen ungewohnten Bereich gelangt ist. Manche Kinder sind deutlich sensibler sensorischen Reizen (Geruch, Konsistenz, Geschmack) gegenüber und tun sich dadurch mit manchen Konsistenzen einfach schwerer. Diese Kinder würgen manchmal schon beim Anblick bestimmter Lebensmittel, haben Schwierigkeiten damit, sie anzufassen oder würgen bei bestimmten Konsistenzen.

Baby würgt beim essen - so kannst du dien Kind beim lernen unterstützen

Das kannst du tun, um dein Kind beim Essenlernen zu unterstützen

Wenn dein Baby beim Essen würgt ist das wichtigste: Ruhig bleiben und nicht sofort eingreifen. Auch wenn es schwerfällt. Solange dein Kind „nur“ würgt, brauchst du nichts zu tun. Du kannst deinem Kind gut zureden und Ruhe vermitteln.

Du solltest keinesfalls in den Mund fassen, denn so könntest du das betreffende Stück noch weiter in den Mund schieben, und dein Kind könnte sich erst recht verschlucken. Außerdem könnte es sich dadurch erschrecken und einatmen, was ebenfalls nicht förderlich wäre.

Damit dein Kind möglichst schnell Sicherheit im Umgang mit dem Essen im Mund bekommt, ist es wichtig, dass es viel Gelegenheit hat, sich auszuprobieren. Lass dein Kind dafür mit verschiedenen Konsistenzen und Stückgrößen üben und experimentieren. In aller Regel nimmt das Würgen so innerhalb kurzer Zeit ab und dein Kind lernt, was es mit dem Essen im Mund machen muss, um es sicher schlucken zu können.

Liegt das Würgen an einer besonderen Sensibilität gegenüber den sensorischen Reizen beim Essen, dann hilft es, wenn du dein Kind immer und immer wieder Erfahrungen damit machen lässt, idealerweise auf eine angenehme und spielerische Art und Weise. Je häufiger diese Reize erfahren werden, desto besser können sie eingeordnet und akzeptiert werden.

Lass dein Kind also gerne mit dem Essen spielen und ohne Druck oder Zwang Dinge probieren.

Falls du Hilfe und Inspirationen zu spielen mit dem Essen suchst, kann ich dir meine kostenlose Entdeckerschmecker-Challenge empfehlen.

Würgen oder verschlucken - daran erkennst du den Unterschied

Würgen oder verschlucken? Woran du den Unterschied erkennst

Die meisten Eltern werden vom Anblick ihres würgenden Kindes schnell in Alarmbereitschaft versetzt und haben Angst, dass es ersticken könnte. Kein Wunder, Würgen sieht oft sehr dramatisch aus und die Angst, das Kind könne ersticken, sitzt bei vielen tief.

Doch es gibt klare Unterschiede zwischen Würgen und Verschlucken (im Sinne von es gelangt etwas in die Luftröhre), an denen du beides unterscheiden kannst:

Würgen

Beim Würgen machen Kinder Geräusche, dein Kind hustet oder übergibt sich vielleicht, die Augen können Tränen und das Gesicht wird meist sehr rot. All das ist normal und du kannst abwarten (ja, auch wenn es sich etwas übergibt!)

Verschlucken

Beim echten Verschlucken dagegen kommt meist so gut wie kein Geräusch mehr, da die Atmung behindert wird und somit auch nicht gesprochen werden kann. Eventuell kann man ein pfeifendes Atemgeräusch hören. Anstatt ein rotes Gesicht zu bekommen, werden Kinder, die sich verschluckt haben, blass und die Lippen verfärben sich Blau.

So reagierst du richtig, wenn dein Baby sich verschluckt

Wenn du also feststellen solltest, dass dein Kind sich richtig verschluckt hat, was kannst du tun? Am sinnvollsten ist es, einen Erste Hilfe Kurs speziell für Babys und Kinder zu besuchen. In diesem lernt man neben der richtigen Reaktion auf das Verschlucken auch viele andere sehr sinnvolle Hilfen bei diversen Unfällen und Notfallsituationen, die bei Kindern auftreten können.

Damit du aber gleich jetzt schon mal einen Anhaltspunkt hast, wie du reagieren kannst, kannst du dir dieses Video anschauen. Hier wird sehr anschaulich gezeigt, wie du richtig reagierst, und wie die Unterschiede zwischen Baby und Kleinkind sind.

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Sicherheitsregeln beim Essen - so verhinderst du das dein Baby sich verschluckt

Sicherheitsregeln beim Essen: Das solltest du beachten, damit dein Kind sich nicht verschluckt

Um das Risiko zu minimieren, dass dein Baby sich am Essen verschluckt, statt nur zu würgen, gibt es einige Sicherheitsregeln, die du beachten solltest:

  • Nur in aufrechter Haltung essen: Lass dein Baby nie in zurückgelehnter Haltung essen, wie in einer Babyschale, Wippe oder dem Sportsitz im Kinderwagen
  • Nur mit Aufsicht: Du solltest immer bei deinem Kind bleiben, wenn es isst, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Denn Ersticken passiert nahezu lautlos!
  • Immer in Ruhe essen: Nicht abgelenkt, im Gehen oder beim spielen essen lassen. Die Aufmerksamkeit ist dann nicht komplett beim Essen und ein Verschlucken passiert viel leichter
  • Selbstbestimmt essen lassen: Gib deinem Kind nichts in den Mund, sondern lass dein Kind Essen von Gabel oder Löffel nehmen bzw. selbst in den Mund stecken. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Reflexpunkte übergangen werden und dein Kind sich verschluckt.
  • Keine harten, prallelastischen oder runden Lebensmittel geben: Alle Lebensmittel sollten weich genug sein, um sie mit dem Daumen zu zerdrücken, solange keine Backenzähne vorhanden sind. Und auch danach sollten prallelastische Lebensmittel wie Weintrauben oder kleine Tomaten geviertelt werden

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Wann es nicht mehr normal ist, wenn dein Baby beim Essen würgt

Wann es nicht mehr normal ist, wenn dein Baby beim Essen würgt

Alles in allem ist es also ein ganz normaler Schutzreflex, wenn dein Baby beim Essen würgt, der nicht mit Verschlucken verwechselt werden sollte. Er verschwindet normalerweise ziemlich schnell von allein, wenn das Baby lernt, besser mit dem Essen im Mund umzugehen.

Aber es gibt durchaus Fälle, in denen es nicht so einfach von alleine besser wird und das Würgen deutlich häufiger oder heftiger zu sein scheint.

Dies kann zum Beispiel durch ein zu kurzes Zungenband verursacht werden. Durch die fehlende Desensibilisierung des Gaumens durch die Zunge führen Berührungen dort beim Essen schneller zum Auslösen des Würgerreiz. Wenn du bei deinem Kind ein zu kurzes Zungenband vermutest, solltest du eine fortgebildete Fachkraft konsultieren, die die Zungenfunktion beurteilen kann. Solche Fachpersonen findest du unter www.defagor.de.

Manchmal sind es aber auch Schwierigkeiten mit der Motorik im Mund oder Probleme durch eine zu schwache Muskulatur, die zu einem anhaltenden Würgen beim Essen führen können. Hier wäre eine Logopädin der richtige Ansprechpartner.

Wie schon angesprochen können auch sehr sensible Kinder Schwierigkeiten mit dem Essen haben. Eine Abgrenzung zu sensorischen Integrationsstörungen sollte hier beim Kinderarzt abgeklärt werden. Ergotherapie kann in diesem Fall sinnvoll sein.

Zusammenfassung

Würgen ist ein normaler und sinnvoller Schutzreflex, der in der Regel nach kurzer Zeit von allein verschwindet. Du kannst dein Kind beim Lernen unterstützen, indem du es mit verschiedenen Konsistenzen experimentieren lässt und ihm Zeit und Ruhe dabei gibst.

Würgen und Verschlucken sind nicht das Gleiche, und solange dein Kind nur würgt, solltest du möglichst nicht eingreifen.

Wie du im Fall eines echten Verschluckens reagieren kannst, lernst du zum Beispiel in einem Erste Hilfe Kurs für Babys und Kleinkinder.

Damit das Risiko für verschlucken möglichst gering ist, solltest du dein Kind nur in aufrechter Haltung, unter Aufsicht, in Ruhe und selbstbestimmt Essen lassen. Achte darauf, nur weiche Lebensmittel anzubieten und vermeide prallelastische Runde Lebensmittel oder biete sie geviertelt an.

In seltenen Fällen kann das Würgen auch länger bestehen bleiben und körperliche Ursachen haben, die behandelt werden können und sollten.

Disclaimer: Dieser Beitrag ist in bestem Wissen und Gewissen erstellt worden und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er ersetzt keine ärztliche Beratung. Wende dich im Zweifel bitte immer an deinen Kinderarzt und Besuche einen Erste Hilfe Kurs.

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